Mit mehr als 300 Teilnehmenden aus der gesamten
Bundesrepublik sowie internationalen Gästen sind die Erwartungen
des gastgebenden VENROB e.V. gut erfüllt worden.
Die drei
Konferenztage boten mit 18 Workshops, Foren und Exkursionen vor allem
den Erfahrungsaustausch zum 2007 verabschiedeten KMK/BMZ-
Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung. Im
Fokus standen dessen beginnende Praxis-Erprobung sowie Ideen und
Forderungen zu seiner Weiterentwicklung. Auf dem integrierten
Bildungsmarkt zeigten 30 Best-Practice Projekte, darunter 15 aus der
Region Brandenburg und Berlin, ihre erfolgreichen Ansätze für
diverse Zielgruppen - vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung.
Sie waren dazu bei einem bundesweiten Wettbewerb von einer Jury unter
54 Einsendungen ausgewählt worden. Ihre Auszeichnung durch den
Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg,
Holger Rupprecht, bildete zum Abschluss des Kongresses noch einmal
einen Höhepunkt.
Bildungspolitisch zielte der Kongress
vor allem darauf ab, entwicklungspolitische Bildung weiter
voranzubringen, die Umsetzung des Orientierungsrahmens unter
stärkerer Einbeziehung der NGO zu beschleunigen und dabei für
die engagierten Organisationen und Vereine bessere Rahmenbedingungen
einzufordern. Angeregt wurde dabei u.a. ihre gemeinsame
Qualifizierung mit LehrerInnen. Dies - sowie die Unterstützung
der Bundesländer für eine kontinuierliche und qualitativ
gute Bildungsarbeit der NGO - seien dafür notwendige
Voraussetzungen, um zum Beispiel den Orientierungsrahmen angemessen
umzusetzen. Die Potentiale, welche durch die unterschiedlichen
Akteure dabei eingebracht werden könnten und sollten, wurden als
bei weiten noch nicht ausgeschöpft
angesehen.
WeltWeitWissen2009 – Bildung für
unsere Zukunft hat die Reihe der bundesweiten Bildungskongresse
zu BNE/GL erfolgreich fortgesetzt. Der Kongress hat BNE/GL als
zentralen Bestandteil der notwendigen Nachhaltigkeitsstrategien
insbesondere auf der Ebene der Bundesländer verdeutlicht,
inklusive der sich daraus ergebenden gesellschaftlichen,
(bildungs-)politischen Konsequenzen und pädagogischen
Herausforderungen und Chancen. Die Darstellung des
Orientierungsrahmens und seine Diskussion durch Wissenschaft,
staatliche und nichtstaatliche Bildungsträger standen dabei
gleichberechtigt neben der praxisbezogenen Debatte zu seiner
Umsetzung mit unterschiedlichen Zielgruppen.
Die Dokumentation des Kongresses finden Sie hier
zum Anschauen und Downloaden:
Klick!
Bildungspolitische Einführungsreferate und Podiumsdiskussion
17 Workshops, Foren und Exkursionen für den Erfahrungsaustausch, insbesondere für MultiplikatorInnen und LehrerInnen
Diskussionsforum ausschließlich für Jugendliche
Bildungsmarkt für 30 Bildungsprojekte mit bundesweiter Ausschreibung
Öffentliches Begleitprogramm (2 Filmabende, Straßentheater, 5 Ausstellungen, Auftritte von Jugendbands des BREBIT SongContests 'Going South')
Teamvisit von Bildungspartnern au Tansania, Brasilien, Philippinen
Öffentliche Würdigung sehr guter Praxisbeispiele für BNE/GL
Die Gastgeber des WeltWeitWissen2011 - das Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. - laden für November 2011 nach Saarbrücken ein!
Die Folgen des Klimawandels, die wachsende Verarmung
breiter Bevölkerungsgruppen weltweit und die Finanzkrisen sind
nur einige Beispiele der akuten Herausforderungen, die einen
grundlegenden Kurswechsel erfordern.
Seit der UN-Weltkonferenz
für Umwelt und Entwicklung in Rio 1992 und ihrer
Nachfolgekonferenzen ist das Leitbild nachhaltige Entwicklung und
dessen Grundidee, die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen
Zieldimensionen aufeinander abzustimmen, international anerkannt. In
Rio und auf der Nachfolgekonferenz in Johannesburg 2002 wurden
umfangreiche soziale, ökonomische und entwicklungspolitische
Maßnahmenkataloge beschlossen. Diese betonen neben der Agenda
21 auch die von den Vereinten Nationen zur Jahrtausendwende
beschlossenen acht Millenniumsentwicklungsziele. Im Einklang mit
diesen Beschlüssen wurde die politische Perspektive „gute
Regierungsführung“ hinzugefügt. Ihr kommt im Sinne
der Nachhaltigkeit die Kernaufgabe zu, die Wirtschaftsdynamik
innerhalb von ökologischen und menschenrechtlichen Leitplanken
zu halten und den Bürgern zu ermöglichen sich an
politischen Entscheidungen zu beteiligen.
Nachhaltige Entwicklung
setzt einen gesellschaftlichen Wandlungsprozess voraus, für den
Menschen Kompetenzen zur aktiven Mitgestaltung benötigen. Deren
Erlangung setzt einen entsprechenden Verständnis- und
Bildungsprozess voraus. Bildung ist demzufolge ein wichtiger
Schlüssel für die zukunftsfähige Gestaltung des
Globalisierungsprozesses. Die Förderung einer Bildung für
nachhaltige Entwicklung (BNE) muss daher zu einer Priorität von
Bildungs- und Entwicklungspolitik werden.
Die Weltdekade BNE,
zu der die Vereinten Nationen die Jahre 2005-2014 erklärt haben,
und deren Zielen sich der Kongress verpflichtet fühlt, bietet
den Rahmen für eine weltweite Initiative zur Neuorientierung der
Bildung bzgl. der globalen Herausforderungen zur Erreichung sozialer
Gerechtigkeit, ökologischem Gleichgewicht, wirtschaftlicher
Leistungsfähigkeit und demokratischer Politikgestaltung.
Weltweit sollen den Menschen lebenslang Bildungschancen eröffnet
werden, die sie in allen Lebensbereichen zu verantwortungsvollen
Entscheidungen und entsprechendem Handeln im Sinne umfassender
Nachhaltigkeit befähigen.
Angesichts des Zusammenwachsens der
Welt zu einer Risikogemeinschaft hat sich aus Theorie und Praxis
entwicklungspolitischer Bildung in den beiden zurückliegenden
Dekaden als Bildungskonzept das Globale Lernen (GL) entwickelt. Es
qualifiziert zu einem Denken und Handeln vor dem Welthorizont und
fokussiert die Wechselwirkungen zwischen der lokalen Lebenswelt und
globalen Prozessen. Gefördert werden handlungsorientierende
Kompetenzen für eine nachhaltige Lebensgestaltung sowie für
die demokratische Beteiligung an einer zukunftsfähigen
Gesellschaft.
Als hierfür maßgeblich wird aktuell in
der Bundesrepublik der „Orientierungsrahmen für den
Lernbereich globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für
nachhaltige Entwicklung“ erachtet. Er ist von der
Kultusministerkonferenz und dem Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Juni 2007
verabschiedet worden. „Der Orientierungsrahmen (...) ist ein
Bezugsrahmen für die Entwicklung von Lehrplänen und
schulischen Curricula, für die Gestaltung von Unterricht und
außerunterrichtlichen Aktivitäten sowie für
lernbereichs- und fachspezifische Anforderungen und deren
Überprüfung. Er kann überdies auch für die
Lehrerbildung relevant sein.“