WeltWeitWissen2009 – Bildung für unsere Zukunft

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Bundesweiter Bildungskongress vom 19.-21. November 2009 zum Thema Bildung für Nachhaltige Entwicklung / Globales Lernen im Alten Rathaus, Potsdam erfolgreich zu Ende gegangen

Mit mehr als 300 Teilnehmenden aus der gesamten Bundesrepublik sowie internationalen Gästen sind die Erwartungen des gastgebenden VENROB e.V. gut erfüllt worden.

Die drei Konferenztage boten mit 18 Workshops, Foren und Exkursionen vor allem den Erfahrungsaustausch zum 2007 verabschiedeten KMK/BMZ- Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung. Im Fokus standen dessen beginnende Praxis-Erprobung sowie Ideen und Forderungen zu seiner Weiterentwicklung. Auf dem integrierten Bildungsmarkt zeigten 30 Best-Practice Projekte, darunter 15 aus der Region Brandenburg und Berlin, ihre erfolgreichen Ansätze für diverse Zielgruppen - vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung. Sie waren dazu bei einem bundesweiten Wettbewerb von einer Jury unter 54 Einsendungen ausgewählt worden. Ihre Auszeichnung durch den Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Holger Rupprecht, bildete zum Abschluss des Kongresses noch einmal einen Höhepunkt.

Bildungspolitisch zielte der Kongress vor allem darauf ab, entwicklungspolitische Bildung weiter voranzubringen, die Umsetzung des Orientierungsrahmens unter stärkerer Einbeziehung der NGO zu beschleunigen und dabei für die engagierten Organisationen und Vereine bessere Rahmenbedingungen einzufordern. Angeregt wurde dabei u.a. ihre gemeinsame Qualifizierung mit LehrerInnen. Dies - sowie die Unterstützung der Bundesländer für eine kontinuierliche und qualitativ gute Bildungsarbeit der NGO - seien dafür notwendige Voraussetzungen, um zum Beispiel den Orientierungsrahmen angemessen umzusetzen. Die Potentiale, welche durch die unterschiedlichen Akteure dabei eingebracht werden könnten und sollten, wurden als bei weiten noch nicht ausgeschöpft angesehen.

WeltWeitWissen2009 – Bildung für unsere Zukunft hat die Reihe der bundesweiten Bildungskongresse zu BNE/GL erfolgreich fortgesetzt. Der Kongress hat BNE/GL als zentralen Bestandteil der notwendigen Nachhaltigkeitsstrategien insbesondere auf der Ebene der Bundesländer verdeutlicht, inklusive der sich daraus ergebenden gesellschaftlichen, (bildungs-)politischen Konsequenzen und pädagogischen Herausforderungen und Chancen. Die Darstellung des Orientierungsrahmens und seine Diskussion durch Wissenschaft, staatliche und nichtstaatliche Bildungsträger standen dabei gleichberechtigt neben der praxisbezogenen Debatte zu seiner Umsetzung mit unterschiedlichen Zielgruppen.

Die Dokumentation des Kongresses finden Sie hier zum Anschauen und Downloaden:
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Hauptbestandteile des Kongresses waren:

Die Gastgeber des WeltWeitWissen2011 - das Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. - laden für November 2011 nach Saarbrücken ein!

Zum Hintergrund der Kongresse WeltWeitWissen

Die Folgen des Klimawandels, die wachsende Verarmung breiter Bevölkerungsgruppen weltweit und die Finanzkrisen sind nur einige Beispiele der akuten Herausforderungen, die einen grundlegenden Kurswechsel erfordern.

Seit der UN-Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio 1992 und ihrer Nachfolgekonferenzen ist das Leitbild nachhaltige Entwicklung und dessen Grundidee, die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Zieldimensionen aufeinander abzustimmen, international anerkannt. In Rio und auf der Nachfolgekonferenz in Johannesburg 2002 wurden umfangreiche soziale, ökonomische und entwicklungspolitische Maßnahmenkataloge beschlossen. Diese betonen neben der Agenda 21 auch die von den Vereinten Nationen zur Jahrtausendwende beschlossenen acht Millenniumsentwicklungsziele. Im Einklang mit diesen Beschlüssen wurde die politische Perspektive „gute Regierungsführung“ hinzugefügt. Ihr kommt im Sinne der Nachhaltigkeit die Kernaufgabe zu, die Wirtschaftsdynamik innerhalb von ökologischen und menschenrechtlichen Leitplanken zu halten und den Bürgern zu ermöglichen sich an politischen Entscheidungen zu beteiligen.
Nachhaltige Entwicklung setzt einen gesellschaftlichen Wandlungsprozess voraus, für den Menschen Kompetenzen zur aktiven Mitgestaltung benötigen. Deren Erlangung setzt einen entsprechenden Verständnis- und Bildungsprozess voraus. Bildung ist demzufolge ein wichtiger Schlüssel für die zukunftsfähige Gestaltung des Globalisierungsprozesses. Die Förderung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) muss daher zu einer Priorität von Bildungs- und Entwicklungspolitik werden.

Die Weltdekade BNE, zu der die Vereinten Nationen die Jahre 2005-2014 erklärt haben, und deren Zielen sich der Kongress verpflichtet fühlt, bietet den Rahmen für eine weltweite Initiative zur Neuorientierung der Bildung bzgl. der globalen Herausforderungen zur Erreichung sozialer Gerechtigkeit, ökologischem Gleichgewicht, wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und demokratischer Politikgestaltung. Weltweit sollen den Menschen lebenslang Bildungschancen eröffnet werden, die sie in allen Lebensbereichen zu verantwortungsvollen Entscheidungen und entsprechendem Handeln im Sinne umfassender Nachhaltigkeit befähigen.
Angesichts des Zusammenwachsens der Welt zu einer Risikogemeinschaft hat sich aus Theorie und Praxis entwicklungspolitischer Bildung in den beiden zurückliegenden Dekaden als Bildungskonzept das Globale Lernen (GL) entwickelt. Es qualifiziert zu einem Denken und Handeln vor dem Welthorizont und fokussiert die Wechselwirkungen zwischen der lokalen Lebenswelt und globalen Prozessen. Gefördert werden handlungsorientierende Kompetenzen für eine nachhaltige Lebensgestaltung sowie für die demokratische Beteiligung an einer zukunftsfähigen Gesellschaft.
Als hierfür maßgeblich wird aktuell in der Bundesrepublik der „Orientierungsrahmen für den Lernbereich globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“ erachtet. Er ist von der Kultusministerkonferenz und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Juni 2007 verabschiedet worden. „Der Orientierungsrahmen (...) ist ein Bezugsrahmen für die Entwicklung von Lehrplänen und schulischen Curricula, für die Gestaltung von Unterricht und außerunterrichtlichen Aktivitäten sowie für lernbereichs- und fachspezifische Anforderungen und deren Überprüfung. Er kann überdies auch für die Lehrerbildung relevant sein.“